Repetive Verhaltensmuster


Der Begriff repetiv meint, dass etwas in der gleichen Folge abläuft und sich wiederholt.

Anders als beim Zwang jedoch, wird ein Verhaltensmuster immer dann eingesetzt, wenn sich der Betroffene aus einem beliebigen Grund, wie zum Beispiel Reizüberflutung oder Kommunikationsstörung, beruhigen muss. Außerdem entscheidet sich der Mensch spontan zu einem Verhaltensmuster, was ja in einer Hochspannungssituation ja auch sein muss. Ist die Anspannungsphase vorbei und folgt eine neue, nach einer gewissen Zeit, kann sich der Betroffene auch zu einem anderen Muster entscheiden.

Oft fing ich als Kleinkind in einer Anspannungsphase einfach zu schreien an. Da ich jedoch schon bald merkte, dass das von den Mitmenschen nicht gern gesehen wurde und manchmal auch nicht möglich war, zum Beispiel in der Schule, fing ich an, repetive Verhaltensmuster einzusetzen.

Das am häuigsten angewandte Muster ist das Vor- und Zurückschaukeln des Oberkörpers.

Dann gibt es auch noch unruhestiftende Sachen, bei denen ich einfach mitmache. Beispielsweise das Brummen eines Kühlschranks. Dann brumme ich auch einfach leise mit. Oder ich atme gezielt in das gleichmäßige Geräusch hinein.

Was ich auch oft nehme, ist die Art zu sprechen. Meine Stimme wird dann zu einer monotonen Sprachmelodie. Das wirkt dann für andere Menschen immer so, als ob ich innerlich ruhig sei, weil ich ja ruhig spreche. Aber das ist ja nur zur Beruhigung. Sowie andere dann explodieren, um ihrer Gereiztheit freien Lauf zu lassen, tue ich das Gegenteil, begebe mich in die andere, in die ruhige Richtung.

Generell finde ich es eine gute Einrichtung der Natur, dass ein autistischer Mensch in Hochspannungssituationen eigenständig und oftmals ungewollt Arten der Beruhigung findet.